Freitag, 18. April 2014

Die Kunst, eine gute Party zu schmeißen

Ist man bei Freunden zu Besuch, tun diese alles dafür, dass man sich wohl fühlt. Man sitzt auf der Couch, bekommt eine Decke, einen Tee, schöne Hintergrundmusik, ein gutes Essen. Gott gehört eindeutig zu diesen Freunden. Doch bin ich bei ihm zu Besuch, jedenfalls in seinem Zweitwohnsitz auf Erden, dann ist mir immer kalt. In den Kirchen sitzt man auf harten Holzbänken mit Sitzkissen, von denen man nicht genau weiß, wer ihnen das Prädikat ‚machen das Sitzen bequemer‘ verliehen hat. Nach 5 Minuten tut einem der Po weh und die Jacke behält man gleich an, da man nach kürzester Zeit sowieso friert. Auch mit Jacke. Meistens wegen der alten Fresken an den Kirchenwänden, die ja sonst kaputt gehen, wenn man wärmer als 16 °C heizt. Also sieht die sonntägliche Gemeinde aus wie Menschen auf einer schlechten Party, von der man eh bald wieder gehen möchte. Die Jacke bleibt an, da Fresken wohl wichtiger sind als Menschen und wohl fühlt man sich nicht, den bequem fühlt sich anders an. Die Motivation, eine gute Party zu schmeißen, hilft alles nichts, wenn die Gäste frieren und sich nicht wohl fühlen. Ist es mit der Motivation für einen guten Gottesdienst nicht genauso? Sollten wir nicht dafür sorgen, dass sich Menschen, wenn sie bei Gott zu Besuch sind, wohlfühlen? Gott möchte ein guter, aufmerksamer Gastgeber sein. Dann ist es auch unsere Aufgabe als sein Bodenpersonal, dem zu entsprechen. Ich wünsche mir Gottesdienste, in die Menschen gern kommen. Wo sie ihre Jacken ausziehen, um sich wohlzufühlen und zu bleiben. Wo sie bequem sitzen und am Ende am liebsten gar nicht mehr gehen wollen. Wir wollen den Menschen Gottes Liebe weitertragen? Dann lasst uns die Heizungen der Kirchen aufdrehen und die Kirchenbänke gegen bequeme Sofas eintauschen. Wenn die Menschen dann kommen und sich wohlfühlen, bleiben sie gern und hören uns zu, was wir zu sagen haben. Was Gott zu sagen hat.